Bedeutende Ökonomen
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Klassiker
Adam Smith (1723-1790)
Adam Smith gilt als der Gründervater der modernen Ökonomie. In seinem Buch
An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations
trat er für eine Ausweitung der Arbetisteilung und des Marktprinzips, also der berühmten "unsichtbaren Hand" im allgemeinen ein.
Smith, ein wichtiger
Vertreter der schottischen Aufklärung und Moralphilosoph, war aber viel zu weitsichtig, um den Markt als Allheilmittel zu sehen, weshalb er sowohl
Kritik an der Figur des unersättlichen und letztendlich unzufriedenen Kapitalisten übt, als auch zumindest Ansatzweise die Möglichkeit von Krisen und
sozialen Konflikten im Zuge der Industrialisierung in den Raum stellt.
David Ricardo (1772-1823)
David Ricardo könnte man als den ersten Makroökonomen bezeichnen. Er beschäftigte sich mit der Verteilung des erarbeiteten Sozialprodukts und
führte die Kategorien Lohn, Zins und Rente ein. Den Bestrebungen des englischen Landadels, ihre Pfründe durch hohe Einfuhrzölle auf Getreide zu sichern,
trat Ricardo vehement entgegen, weil dies in seinen Augen die Kapitalakkumulation und somit das Wachstum der noch jungen britischen Industrie behinderte.
Daraus wurde später seine Theorie der komparativen Kostenvorteile und das Eintreten für den Freihandel. Es ist allerdings wichtig zu betonen, dass das Eintreten
für den Freihandel den Zweck hatte, die britische Volkswirtschaft insgesamt voranzubringen und damit auch den Lebensstandard der Bevölkerung zu erhöhen.
Aufgrund der veränderten Produktions- und Rahmenbedingungen können heute Freihandelsforderungen nicht immer als durchweg positiv betrachtet werden.
Jean Baptiste Say (1767-1832)
Say könnte man als kleinbürgerlichen Liberalen beschreiben. Während Adam Smith weitsichtiger und auch vorsichtiger in seinen Aussagen war, vertrat Say
in seinen Schriften das Interesse des aufstrebenden französischen Bürgertums. So formulierte er das recht kategorisch anmutende Say'sche Theorem,
nach welchem sich jedes Angebot selbst seine Nachfrage schaffe.
Dieses Theorem wurde später von John Maynard Keynes in einer Zeit angegriffen, als mehrere große Volkswirtschaften mit der Weltwirtschaftskrise den
Übergang von einer produktionsorientierten zu einer marketingorientierten Wirtschaftsweise erlebten. Says Position wird aber verständlicher, wenn man bedenkt,
dass er zu Zeiten gelebt hat, in denen die europäischen Wirtschaften sich ihr Kapital noch vom kriegs- und verschwendungslustigen Adel abtrotzen mussten.
John Stuart Mill (1806-1873)
John Stuart Mill war der letzte große klassische Ökonom. Zeit seines Lebens versuchte Mill die eher mikroorientierte und dem Utilitarismus verpflichtete Sichtweise von harmonischen funktionierenden
Konkurrenzmärkten, wie sie von Smith und Say vertreten wurde, mit dem eher makroorientierten Denkansatz David Ricardo's zu verbinden, ein Versuch der scheiterte.
Dies lag nicht zuletzt an der Tatsache, dass den klassischen Ökonomen die mathematischen Mittel fehlten, um komplexe wirtschaftliche und soziale Phänomene formal
zu fassen.
Mill war aber nicht nur Ökonom, sondern auch Sozialphilosoph. In seinem berühmten Text "On Liberty" verglich er die persönliche Freiheit des Einzelnen mit der
sozialen bzw. zivilen Freiheit, die jedem Menschen eingeräumt werden sollte. Hieraus entstand auch Mills sozialliberale Position, trat er doch für die Verbesserung
der Lebensbedingungen der Ärmsten ein. Interessant ist auch, dass Mill als einer der ersten Ökonomen über die Konsequenzen eines gesättigten Kapitalismus nachdachte.
Friedrich List (1789-1846)
Friedrich List ist in mehrerlei Hinsicht interessant. List stand der klassischen Theorie kritisch gegenüber, weil sie, seiner Ansicht nach, das menschliche Potential und
dessen Bedeutung für die Entwicklung einer Volkswirtschaft vernachlässigte. Anstand sich konkret mit Entwicklung und ihren Bedingungen zu beschäftigen, verloren sich die meisten
Ökonomen in abstrakten Gedankenspielen zur Werttheorie (ein Vorwurf, der auch Neoklasssikern oft gemacht wird).
List hingegen studierte genau diese Bedingungen und legte in seinen Schriften unter anderem ein Konzept für nachholende Entwicklung vor. So empfahl er entstehende Industrien durch
Zölle zu schützen und trat im allgemeinen für mehr Bildung und eine Verbesserung der Infrastruktur ein.
Aber seine offene Art zu denken, verschaffte ihm nicht wenige Probleme - so wurde er einmal zu zehn Monaten Haft verurteilt, was schließlich zur Auswanderung in die USA
führte. Dort hatte er mit seinen Konzepten entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der noch eher ländlichen USA. Zurück in Deutschland trat er für
den Zollverein und den Bau von Eisenbahnen ein und war in entscheidendem Maße an der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands beteiligt.
Karl Marx (1818-1883)
Karl Marx war zuerst Revolutionär und dann Ökonom und Soziologe. Er beschrieb und kritisierte die Folgen der unkontrollierten Industrialisierung - also das Anwachsen
des Proletariats und die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, der Verstädterung und der Entfremdung aus der bis dahin landwirtschaftlich geprägten Welt.
Als Ökonom baute Marx auf den Theorien Ricardos auf, beschloß aber den Pessimismus Ricardos was die Verelendung der Massen angeht, nicht hinzunehmen, sondern ihr den Kampf anzusagen.
Deshalb fokussierte er seine Theorie vornehmlich auf Verteilungsaspekte (Aneignung des Mehrwerts). Wichtig ist auch sein Hinweis auf wiederkehrende Überproduktionskrisen, auch wenn
die Idee, dass diese im Laufe der Zeit immer stärker werden würden, eindeutig zu den Behauptungen gehören, welche die Notwendigkeit von Klassenkampf stützen.
Insgesamt war Marx der Soziologe einflussreicher als Marx der Ökonom, auch wenn seine Auffassung von Geschichte als Geschichte von Klassenkämpfen später der Paretianischen Elitenzirkulation weichen musste.
Die Radikalisierung der Ideen Ricardos hatte zudem den Nachteil, dass makroökonomische Überlegungen erst mit John Maynard Keynes wieder Einzug in die Ökonomie hielten.
Marginalisten
Carl Menger
William Stanley Jevons
Leon Walras
Alfred Marshall
Zur Zeit der Großen Depression
John Maynard Keynes
Friedrich August von Hayek
Frank Knight
Frank Knight - Eintrag bei Wikipedia
Walter Eucken
Walter Eucken - Eintrag bei Wikipedia
Moderne Ökonomen
John Kenneth Galbraith
Milton Friedman
Douglass North
Paul Krugman
Joseph Stiglitz
Brian W. Arthur
Portraits are a courtesy of the "The Warren J. Samuels Portrait Collection at Duke University."
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